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M&A Glossar.

Allgemeines

Begriff Erklärung
KMU Kleine und mittlere Unternehmen; typischer Fokus bei M&A-Transaktionen im Mittelstand.
Secondary Buy-out Weiterverkauf eines Unternehmens durch einen Finanzinvestor an einen anderen Finanzinvestor.
Vertikaler Zukauf Akquisition eines Unternehmens entlang der Wertschöpfungskette mit dem Ziel, Effizienz und Kontrolle zu steigern.

Unternehmensbewertung und gängige Bewertungsmethoden

Begriff Erklärung
Multiple-Methode Gängiges Verfahren zur schnellen Unternehmensbewertung. Das EBITDA oder der Umsatz wird mit einem Marktfaktor (Multiple) multipliziert, der unter anderem die gesamtwirtschaftliche Situation und die Besonderheiten der jeweiligen Branche berücksichtigt.
Cash-free / Debt-free Standardisierte Kaufpreisdefinition: Der Unternehmenswert wird so berechnet, als hätte das Unternehmen weder Finanzschulden noch liquide Mittel. Zum vereinbarten Stichtag wird der Kaufpreis entsprechend angepasst.
Ertragswertverfahren Bestimmung des Unternehmenswerts auf Grundlage der künftig erwarteten finanziellen Überschüsse. Ein verwandtes Bewertungsverfahren ist die Discounted-Cashflow-Methode (DCF).
Substanzwertverfahren Die Vermögenswerte des Unternehmens – beispielsweise Maschinen, Gebäude, Waren, Patente und liquide Mittel – werden addiert. Anschließend werden die Schulden abgezogen. Der Substanzwert repräsentiert häufig den Mindestwert eines Unternehmens.

Finance-Begriffe

Begriff Erklärung
Normalisierung Bereinigung von Finanzdaten, beispielsweise um ungewöhnlich hohe oder niedrige Inhabergehälter, Privatentnahmen, Mieten sowie saisonale Effekte und andere Einmaleffekte.
Earn-out Variable Kaufpreiskomponente. Ein Teil des Kaufpreises wird erst Monate oder Jahre nach dem Unternehmensverkauf ausgezahlt, sofern das Unternehmen zuvor festgelegte wirtschaftliche Ziele erreicht.
Vendor Loan Verkäuferdarlehen, das der Verkäufer dem Käufer zur Finanzierung des Unternehmenserwerbs gewährt.
Rückbeteiligung Der Verkäufer beteiligt sich nach dem Verkauf weiterhin an dem erworbenen Unternehmen. Dadurch kann er an dessen künftiger Wert- und Gewinnentwicklung teilhaben.
Enterprise Value Gesamtwert des operativen Geschäfts. Der Enterprise Value beschreibt, welchen Wert das Unternehmen als Ganzes hat.
Equity Value Wert des Eigenkapitals, der den Eigentümern oder Aktionären nach Berücksichtigung der Finanzschulden und liquiden Mittel zuzurechnen ist. Bei börsennotierten Unternehmen entspricht er grundsätzlich der Marktkapitalisierung.
EBIT / EBIT-Marge EBIT bezeichnet den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Die EBIT-Marge setzt das EBIT ins Verhältnis zum Umsatz und ist eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der operativen Ertragskraft.
EBITDA Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl dient der Beurteilung der operativen Ertragskraft eines Unternehmens.
Working Capital Das betriebsnotwendige Umlaufvermögen. Es wird grundsätzlich aus dem Umlaufvermögen abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet.
Net Working Capital Für Transaktions- und Analysezwecke abgegrenzte Form des Working Capital. Dabei werden je nach Definition nicht operative beziehungsweise finanzierungsbezogene Positionen wie Bankguthaben und Kassenbestände herausgerechnet.
Leveraged Buy-out Unternehmenskauf, bei dem ein erheblicher Teil des Kaufpreises – häufig mehr als 50 Prozent – durch Fremdkapital finanziert wird.

Vorbereitungsphase

Begriff Erklärung
Target Zielunternehmen einer geplanten Transaktion, das beispielsweise zum Verkauf steht oder übernommen werden soll.
Marktposition Stellung eines Unternehmens im Wettbewerb und innerhalb seines relevanten Marktes.
Wachstumspotenzial Erwartete künftige Entwicklung von Umsatz, Ertrag und Unternehmenswert.
Verkäuferziel Ziele des Inhabers im Rahmen des Unternehmensverkaufs, beispielsweise Kaufpreis, Nachfolgeregelung, Transaktionsstruktur oder Fortführung des Unternehmens.
Asset Deal Unternehmenskauf, bei dem einzelne Wirtschaftsgüter beziehungsweise Vermögenswerte – beispielsweise Maschinen, Patente oder Kundenbeziehungen – anstelle von Gesellschaftsanteilen erworben werden.
Share Deal Transaktion, bei der Anteile an der Gesellschaft verkauft und vom Käufer übernommen werden.

Transaktionsprozess

Begriff Erklärung
Transaktionsphasen Strukturierter Ablauf einer Unternehmenstransaktion von der Vorbereitung über die Verhandlungen bis zum Closing.
Teaser oder Blindprofil Kurze, zunächst anonymisierte Vorstellung des zum Verkauf stehenden Unternehmens.
Fact Sheet (Pitch Deck) Kompakte Verkaufspräsentation des zum Verkauf stehenden Unternehmens für potenzielle Kaufinteressenten.
Sales Memorandum Ausführliche Unternehmenspräsentation mit detaillierten wirtschaftlichen und strategischen Informationen für qualifizierte Kaufinteressenten.
Longlist Erste, umfassende Vorauswahl potenzieller Käufer oder Investoren.
Shortlist Ergebnis eines Auswahlprozesses, bei dem die Longlist auf eine engere Auswahl besonders geeigneter Interessenten reduziert wird.
NDA Non-Disclosure Agreement; vertragliche Vertraulichkeitsvereinbarung zwischen den beteiligten Parteien.
Indikatives Angebot Erstes, noch unverbindliches Kaufangebot eines Interessenten.
Letter of Intent (LOI) Grundsätzlich unverbindliche Absichtserklärung des Kaufinteressenten zu den wesentlichen Eckpunkten einer geplanten Transaktion. Einzelne Bestimmungen können bereits verbindlich vereinbart werden.
Exklusivität Vereinbarter Zeitraum, in dem der Verkäufer nur mit einem bestimmten Kaufinteressenten über die Transaktion verhandelt.
Due Diligence Detaillierte wirtschaftliche, finanzielle, rechtliche, steuerliche und gegebenenfalls technische Prüfung des Zielunternehmens durch den Kaufinteressenten.
Vendor Due Diligence Vom Verkäufer beauftragte Vorabprüfung des Unternehmens, um wichtige Informationen strukturiert aufzubereiten und mögliche Transaktionsrisiken frühzeitig zu erkennen.
Strategischer Käufer Unternehmen mit einem operativen oder strategischen Interesse am Erwerb beziehungsweise Zukauf eines anderen Unternehmens.
Finanzinvestor Käufer mit Fokus auf Rendite und Wertsteigerung, beispielsweise eine Private-Equity-Gesellschaft oder ein Family Office.
Family Office Organisation zur Verwaltung und strategischen Entwicklung des Vermögens einer Unternehmerfamilie oder mehrerer Familien.
MBI Management-Buy-in bezeichnet die Übernahme eines Unternehmens durch einen externen Manager oder ein externes Managementteam.
MBO Management-Buy-out bezeichnet die Übernahme eines Unternehmens durch dessen bestehendes Management oder andere interne Führungskräfte.
Carve-out Rechtliche und organisatorische Abspaltung sowie anschließender Verkauf eines Unternehmensteils aus einem Konzern oder einer Unternehmensgruppe.
Minderheitsbeteiligung Erwerb von weniger als 50 Prozent der Anteile an einer Gesellschaft, grundsätzlich ohne alleinige gesellschaftsrechtliche Kontrolle.
Mehrheitsbeteiligung Erwerb von mehr als 50 Prozent der Anteile oder Stimmrechte an einer Gesellschaft und damit in der Regel wirtschaftliche beziehungsweise rechtliche Kontrolle.
Buy-and-Build-Strategie Wachstumsstrategie, bei der ein bestehendes Unternehmen durch wiederholte Zukäufe ergänzt, integriert und skaliert wird.
Signing Rechtsverbindliche Unterzeichnung des Unternehmenskaufvertrags durch Käufer und Verkäufer. Der eigentliche Eigentumsübergang kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Closing Rechtlicher und wirtschaftlicher Vollzug der Transaktion nach Erfüllung der vereinbarten Vollzugsbedingungen. Dabei erfolgt regelmäßig der Eigentumsübergang.
Post-Merger-Integration Organisatorische und operative Zusammenführung zweier Unternehmen nach der rechtlichen Übernahme, beispielsweise durch Abstimmung von Prozessen, IT-Systemen und Organisationsstrukturen.
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